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60 SOPHRONIUS CLASEN haben. Au.Berdem beruft er sich auf Bartholomaus von Pisa 2 ª (125f); er erzahlt namlich, Franziskus habe Kardinal Hugolin die Papst– würde prophezeit, und fügt hinzu: ut habetur quasi in fine Legendae trium sociorum. Da dieser Bericht sich aber in Leg3soc, c.16 29 findet und auf dieses nur noch die cc.17 und 18 folgen, müsse man, so argu– mentiert van Ortroy, eine spatere Verstümmelung der Leg3soc als mit historischen Gründen widerlegt zurückweisen. Doch entbehrt u.E. diese Argumentation der Beweiskraft. Weder die bei van Ortroy aufgeführten 16 Codices (121f) noch die inzwischen hinzugekommenen reichen noch ins 13. Jahrhundert, sondern stam– men alle aus spaterer Zeit. Ebenfalls stammt das Zeugnis des Bartho– lomaus von Pisa, der sein Werk 1385 vollendet hat, aus dem 14. Jahr– hundert. Sowohl die Handschriften als auch Bartholomaus beweisen also nur, da.B ihnen die Leg3soc damals in der traditionellen Gestalt bekannt war, aber auch nicht mehr. Daher kann eine Vestümmelung dieser Legende, die von der Diskrepanz zwischen Brief und nachfol– gender Legende geradezu gefordert wird, sehr gut vorher stattgefu.n– den haben. Da.B solche Verkürzungen in den Franziskuslegenden auch sonst vorkamen, beweisen die übersetzungen der Actus beati Francisci et .sociorum eiusªº, aus denen man die Berichte über zwolf Geführten des hl. Franziskus herausgenommen und unter dem Tite! Dat sijn die namen van sinte Franziscus ghesellen, die ierst van hem gheroepen waren totter oerden zu einem besonderen Werk vereinigt hat, wahrend der Rest unter dem Titel Wonderlike Werken die sinte Franciscus ende sijn ierste ghesellen deden beibehalten und um Sommeghe gul– áen woerde, die broeder Egidius ghesproecken heeft und um Sinte Franciscus vermaninghen bereichert wurden. Zu beachten ist ferner, daB wir 1) die traditionelle Form der 2s Anal.Franc. V, 162. 29 § 67, auf den §§ 68-73 folgen. 30 S. CLASEI\i - J. VAN GURP, Nachbonaventurianische Franziskusquellen in niederliindischett und deutschen Handschriften des Mittelalters, in Arch.Franc.Hist. 49(1956) 470-473. - Die 'Texte selbst sind ediert: ST. SCHOUTENs, O.F.M., Die capittelen vanden ghesellen s. Francisci, Antwerpen 1904; Sommeghe wonderlike werken, die sente Franciscus ende sijn cerste g/zesel– len deden: ders., A/de legendem van sente Franciscus, Anlwerpen 1904, 78-102; ders., Som– meghe guldenen woerde seer stichtish, die broeder Egidius ghesproeken heeft. Sinte Franciscus vermaninghen, Antwerpen 1904. - Eine ahnliche Verstümmelung der LegMai in italienischer übersetzung finden wir in: Castelnuovo Garfagnana, Cod. del Professore Olinto Dini, denn •<larin ist nach Kap. I-XII, (fol. 1r-44r) das Kap. XIII gestrichen; statt dessen werden einge– schoben: Fioretti, ce. III-XVI; XVIII-XXXIV; XXXVI-LIII (fol. 44r-103r) und: Considerazioni sulle stimate (fol. 103r-133r). AnschieEend folgen LegMai, XIV und XV nebst: Miracida ipsius post nwrtem ostensa, I-III; V; IX; VI bis VIII (fol. 133r-153v). Vgl. T. DoMENICHELLI, 0.F.M., Vita di San Francesco d'Assisi del 1422, in Studi Franc. 28(1931) 211-221.

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